Baumporträt

Goldregen erkennen: Blüten, Blätter, Hülsen und Verwechslungen

Bis zu 30 cm lange gelbe Trauben im Frühsommer, Blätter aus drei Blättchen wie Klee und seidig behaarte Hülsen: So erkennst du den Goldregen im Garten, auch ohne Blüten.

Illustration eines Goldregenzweigs mit zwei hängenden gelben Blütentrauben und Laub, daneben ein einzelnes dreizähliges Blatt an langem Stiel und zwei braune Hülsen, eine davon geöffnet mit schwarzen Samen
Illustration (KI-generiert, nur zur Orientierung)

Kurz gesagt

Einen Goldregen erkennen kannst du an drei Merkmalen: Im Mai und Juni hängen goldgelbe Schmetterlingsblüten in Trauben bis 30 cm Länge aus dem Strauch oder kleinen Baum. Jedes Blatt besteht aus drei Blättchen wie ein Kleeblatt, lang gestielt und unterseits behaart. Danach reifen 4 bis 8 cm lange, behaarte Hülsen mit dunklen Samen. Der Goldregen ist laut BfR in allen Teilen giftig: Iss nichts davon.

  • Drei Blättchen an einem langen Stiel und keine Dornen: Goldregen. Gefiederte Blätter mit vielen Blättchen und Dornenpaare: Robinie.
  • Lila Blüten am selben Baum wie gelbe zeigt der Adam-Goldregen, eine Pfropfchimäre. Lila Trauben an einer Kletterpflanze sind Blauregen.
  • Laut BfR sind alle Pflanzenteile giftig, besonders Früchte und Samen. Nach dem Verschlucken immer ein Giftinformationszentrum anrufen.

Bestimmungsmerkmale auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Laburnum anagyroides
Familie
Fabaceae (Hülsenfrüchtler)
Typ
Laubbaum, sommergrün
Wuchs
Sommergrüner Strauch oder kleiner Baum, bis 7 m hoch (BfR-Giftgarten, Info Flora); die BfR-Broschüre nennt bis 5 m in Anlagen.
Blätter
Wechselständig, lang gestielt, dreizählig wie ein Kleeblatt. Blättchen breit-lanzettlich und spitz, 4 bis 10 cm lang (Info Flora), laut BfR 3 bis 8 cm, oft samtig behaart, besonders unterseits.
Blüten
Goldgelbe Schmetterlingsblüten, 1,5 bis 2 cm lang, 10 bis 30 in hängenden Trauben bis 30 cm.
Blütezeit
Mai bis Juni laut Info Flora, Juni bis Juli laut BfR; im Garten je nach Lage und Jahr.
Hülsen
4 bis 8 cm lang, seidig behaart, mit verdickter Oberkante; reifen im August und enthalten mehrere dunkle, bohnenförmige Samen.
Junge Triebe
Junge Triebe, Blattunterseiten, Blütenstiele und Kelch ziemlich dicht behaart (Info Flora). Keine Dornen.
Giftigkeit
Laut BfR in allen Pflanzenteilen giftig, besonders Früchte und Samen, die Früchte in jedem Reifestadium. Hauptgift: Cytisin. Nie essen.
Herkunft
Lichte Wälder und Felsstandorte auf Kalk. In der Schweiz laut Info Flora im Tessin heimisch, sonst gepflanzt und selten verwildert.

Der Gemeine Goldregen (Laburnum anagyroides) ist einer der auffälligsten Gartenbäume im Frühsommer, wenn lange, goldgelbe Blütentrauben aus der Krone hängen. Laut BfR findet er sich häufig in Grünanlagen, dazu in vielen Gärten. Er ist auch einer der giftigsten Gartenbäume. Zum Erkennen reichen ein Blatt und, je nach Jahreszeit, eine Blütentraube oder eine Hülse. Iss nie Blüten, Hülsen oder Samen einer Pflanze, nur weil eine Webseite oder eine App sie benennt.

So erkennst du einen Goldregen: Blatt, Blüte, Hülse

1. Das Blatt aus drei Blättchen. Schau zuerst auf ein einzelnes Blatt. Beim Goldregen sitzen an einem langen Stiel genau drei Blättchen, wie bei einem Kleeblatt. Info Flora beschreibt sie als breit-lanzettlich und 4 bis 10 cm lang, das BfR als dunkelgrün, 3 bis 8 cm lang, oft samtig behaart und spitz zulaufend. Die Blätter stehen wechselständig, die Zweige tragen keine Dornen.

2. Die hängenden Trauben. Die goldgelben Schmetterlingsblüten sind laut Info Flora 1,5 bis 2 cm lang und hängen in langen Trauben. Das BfR zählt 10 bis 30 Blüten je Traube bei bis zu 30 cm Länge. Info Flora nennt als Blütezeit Mai bis Juni, das BfR Juni bis Juli.

3. Die Hülsen. Nach der Blüte entstehen flache Hülsen, laut Info Flora 4 bis 8 cm lang, mit verdickter Oberkante. Das BfR beschreibt sie als seidig behaart; sie reifen im August und enthalten mehrere dunkle, bohnenförmige Samen.

4. Behaarung. Junge Triebe, Blattunterseiten, Blütenstiele und Kelch sind laut Info Flora ziemlich dicht behaart. Das ist auch das Merkmal, an dem du den Gemeinen vom Alpen-Goldregen trennst.

Ist der Baum gerade nicht in Blüte, fotografiere ein ganzes Blatt mit Stiel oder eine Hülse. Tree Identifier schlägt dir aus einem Foto einen Namen mit wissenschaftlichem Namen vor. Die App zeigt keine Liste ähnlicher Arten, also prüf das Ergebnis selbst: Drei Blättchen und keine Dornen sprechen für den Goldregen.

Goldregen, Robinie, Blasenstrauch und Blauregen im Vergleich

Mit diesen Pflanzen wird der Goldregen am häufigsten verwechselt; alle gehören zu den Hülsenfrüchtlern, haben Schmetterlingsblüten und bilden Hülsen.

Merkmal Goldregen Robinie Blasenstrauch Blauregen
Wuchs Strauch oder Baum bis 7 m Baum oder Strauch bis 25 m Strauch bis 4 m Kletterpflanze bis 20 m
Blatt Drei Blättchen Gefiedert, ovale Blättchen Gefiedert, 3 bis 6 Paare Gefiedert, 3 bis 6 Paare
Dornen Keine Paarweise an jungen Trieben Keine Keine
Blütenfarbe Goldgelb Weiß Goldgelb Lila bis violett
Traube Hängend, bis 30 cm Hängend Nur 2 bis 8 Blüten Hängend, vielblütig
Hülse 4 bis 8 cm, behaart Flach, kahl Aufgeblasen, 6 bis 8 cm 6 bis 20 cm, samtig

Quellen: Info Flora für Goldregen, Blasenstrauch und Blauregen, das Info-Flora-Merkblatt zur Robinie, das den Goldregen als Verwechslungsart nennt: „Blüten gelb, Blätter dreizählig, Zweige dornenlos“. Die Robinie im Detail zeigt das Porträt Robinie erkennen.

Der Blasenstrauch blüht ebenfalls gelb, hat aber gefiederte Blätter und Hülsen, die wie kleine Ballons aufgeblasen sind. Das BfR stuft ihn in seiner Broschüre mit einem Kreuz ein, also als Pflanze, die leichte Vergiftungen auslösen kann; giftig sind laut BfR Samen und Blätter.

Andere gelb blühende Bäume vom Frühling bis zum Hochsommer sortiert der Ratgeber Baum mit gelben Blüten, Bäume mit Hülsen und Schoten der Ratgeber Baum mit Schoten.

Goldregen mit lila Blüten: Adam-Goldregen und Blauregen

„Goldregen lila“ ist eine häufige Suche. Dahinter stecken meist zwei verschiedene Pflanzen:

Der Adam-Goldregen (+ Laburnocytisus 'Adamii') ist ein Baum, der wie ein Goldregen wächst und an derselben Krone gelbe, purpurne und gemischt gefärbte Blüten trägt. Laut Trees and Shrubs Online fand der Baumschuler Jean Louis Adam ihn 1825 bei Paris, als er Purpur-Geißklee auf Goldregen veredelte: An der Veredlungsstelle wuchs ein Zweig, in dem Gewebe beider Pflanzen steckt. Das Plus im Namen kennzeichnet eine solche Pfropfchimäre. Immer wieder treiben reine Goldregen- und reine Geißklee-Zweige aus, daher die drei Blütenfarben. Behandle ihn wie einen Goldregen und iss nichts davon.

Der Blauregen, auch Glyzine (Wisteria sinensis), ist kein Baum, sondern eine windende Kletterpflanze, die laut Info Flora bis 20 m hoch an Wänden und Pergolen rankt. Seine lila bis violetten, duftenden Trauben öffnen sich im April und Mai, also etwas früher als der Goldregen; die Blätter sind gefiedert, die Hülsen 6 bis 20 cm lang und samtig behaart. Laut Info Flora wird er meist als Spalierstrauch an Mauern und Gerüsten gezogen und verwildert nur selten.

Der Alpen-Goldregen (Laburnum alpinum) blüht ebenfalls gelb. Laut Info Flora sind seine jungen Triebe, Blätter und Kelche kahl oder abstehend behaart, die Blüten mit 1,4 bis 1,8 cm etwas kleiner und die Hülsen kahl, nur 2 bis 5 cm lang und an der Oberkante schmal geflügelt. Er wächst in Bergwäldern, in der Schweiz unter anderem im Wallis, im Tessin und in Graubünden.

Giftigkeit: was das BfR sagt

Das BfR führt den Goldregen in seinem Giftgarten. Die Hauptgiftstoffe sind Chinolizidinalkaloide, vor allem Cytisin. Sie stecken in allen Pflanzenteilen, besonders in Früchten und Samen, und die Früchte sind in allen Reifestadien giftig. Nach dem Verschlucken nennt das BfR Magen-Darm-Beschwerden, die schwer ausfallen können, Schwitzen, Erregung und Sedierung, bei sehr schweren Vergiftungen auch Krämpfe und Atemlähmung. In der Broschüre Risiko Pflanze zählt das BfR den Goldregen zu den wenigen wirklich giftigen Pflanzen in Gärten und Grünanlagen und stuft ihn mit zwei Kreuzen ein: Vergiftungen mit weniger schwerem Verlauf sind möglich.

Was das BfR nach dem Verschlucken rät: Pflanzenreste aus dem Mund entfernen und mit Wasser ausspülen, kein Erbrechen auslösen, immer ein Giftinformationszentrum anrufen und das Kind ärztlich vorstellen, bei geschlossener Praxis in einer Klinik. Bei Haut- oder Augenkontakt mit Wasser spülen. Bei Krämpfen oder Atemnot wähl den Notruf 112. Für Hunde, Katzen und andere Tiere geben die BfR-Seiten keine eigenen Hinweise; hat dein Tier Hülsen oder Samen gefressen, ruf sofort die Tierarztpraxis an.

Auf dem Startbildschirm von Tree Identifier gibt es das Werkzeug „Toxikologie“ mit KI-geschriebenen Notizen zu giftigen Pflanzenteilen für Menschen, Hunde und Katzen. Diese Notizen ersetzen kein Giftinformationszentrum und keine Freigabe: Ob eine Pflanze essbar ist, entscheidet nie eine App. Steht ein Goldregen in einem Garten, in dem Kinder spielen, sammle heruntergefallene Hülsen auf und erkläre den Kindern, dass sie nichts davon in den Mund nehmen dürfen. Auch die Eibe gehört zu den stark giftigen Gartengehölzen; woran du sie erkennst, steht unter Eibe erkennen.

Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest

Alpen-Goldregen (Laburnum alpinum)

Junge Triebe, Blätter und Kelch kahl oder nur abstehend behaart statt ziemlich dicht behaart. Die Blüten sind mit 1,4 bis 1,8 cm etwas kleiner, die Hülsen kahl, nur 2 bis 5 cm lang und an der Oberkante schmal geflügelt (Info Flora).

Robinie (Robinia pseudoacacia)

Weiße statt gelbe Blütentrauben, gefiederte Blätter mit vielen ovalen Blättchen statt drei, Dornenpaare an jungen Trieben. Info Flora nennt den Goldregen ausdrücklich als Verwechslungsart.

Blasenstrauch (Colutea arborescens)

Gelbe Schmetterlingsblüten, aber nur 2 bis 8 je Traube statt bis 30, gefiederte Blätter mit 3 bis 6 Blättchenpaaren und stark aufgeblasene, 6 bis 8 cm lange Hülsen wie kleine Ballons.

Blauregen, Glyzine (Wisteria sinensis)

Eine windende Kletterpflanze bis 20 m an Wänden und Pergolen, kein freistehender Baum. Lila bis violette Trauben im April und Mai, gefiederte Blätter mit 3 bis 6 Blättchenpaaren.

Adam-Goldregen (+ Laburnocytisus 'Adamii')

Wächst wie ein Goldregen, trägt aber am selben Baum gelbe, purpurne und gemischt rosa-gelbliche Blüten. Es ist eine Pfropfchimäre aus Goldregen und Purpur-Geißklee.

Was ein Foto nicht klären kann

  • Gemeiner Goldregen, Alpen-Goldregen und ihre Gartenhybride unterscheiden sich vor allem an Behaarung und Hülsen; ein Foto aus der Entfernung reicht dafür oft nicht. Für die Giftigkeit spielt das keine Rolle.
  • Ob ein Kind oder ein Tier genug gegessen hat, um eine Vergiftung zu bekommen, beurteilen nur ein Giftinformationszentrum, eine Ärztin oder die Tierarztpraxis, nie eine App.
  • Ohne Blüten und Hülsen bleiben nur das dreizählige Blatt und die Rinde; sie verwechselt man leichter mit anderen Sträuchern.

Häufige Fragen

Ist Goldregen giftig?

Ja. Laut BfR enthalten alle Pflanzenteile Chinolizidinalkaloide, vor allem Cytisin, besonders Früchte und Samen, die Früchte in jedem Reifestadium. Die BfR-Broschüre zählt den Goldregen zu den wenigen wirklich giftigen Pflanzen in Gärten und Anlagen. Iss nie etwas davon und halte Kinder von Hülsen und Samen fern.

Was tun, wenn ein Kind Goldregen gegessen hat?

Das BfR rät: Pflanzenreste aus dem Mund entfernen und mit Wasser ausspülen, kein Erbrechen auslösen, immer ein Giftinformationszentrum anrufen und das Kind ärztlich vorstellen; ist die Praxis geschlossen, in eine Klinik fahren. Bei Krämpfen oder Atemnot ruf sofort den Notruf 112.

Ist Goldregen giftig für Hunde und Katzen?

Die hier zitierten BfR-Seiten machen keine eigenen Angaben zu Haustieren. Da laut BfR alle Pflanzenteile giftig sind, halte Hund und Katze von Hülsen und Samen fern. Hat dein Tier etwas gefressen, ruf sofort die Tierarztpraxis an.

Ist Goldregen bei Berührung giftig?

Für Haut- und Augenkontakt nennt das BfR nur: mit Wasser spülen. Eine Freigabe zum Anfassen gibt diese Seite nicht. Trag beim Schneiden Handschuhe, wasch dir danach die Hände und lass Kinder nicht mit Blüten, Hülsen oder Samen spielen.

Warum blüht mein Goldregen lila?

Trägt derselbe Baum gelbe und purpurne Blüten, ist es wahrscheinlich der Adam-Goldregen, eine Pfropfchimäre aus Goldregen und Purpur-Geißklee, entstanden 1825 bei Paris. Hängen lila Trauben an einer Kletterpflanze an Wand oder Pergola, ist es Blauregen.

Quellen

  1. Gemeiner Goldregen (BfR-Giftgarten) — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  2. Risiko Pflanze: Einschätzung und Hinweise (Stand 2017) — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  3. Laburnum anagyroides Medik., Gemeiner Goldregen — Info Flora
  4. Laburnum alpinum, Alpen-Goldregen — Info Flora
  5. Colutea arborescens, Blasenstrauch — Info Flora
  6. Wisteria sinensis, Glyzine, Blauregen — Info Flora
  7. Robinie (Robinia pseudoacacia), Neophyten-Merkblatt — Info Flora
  8. + Laburnocytisus 'Adamii' — Trees and Shrubs Online (International Dendrology Society)

Aktualisiert am · Geschrieben vom Tree-Identifier-Team · So schreiben wir unsere Ratgeber

Veröffentlicht am

Diese Seite bietet allgemeine Informationen zur Baumbestimmung. Entscheide nie anhand einer Seite oder App, ob eine Pflanze essbar, hautverträglich oder für Tiere unbedenklich ist; frage eine fachkundige Person vor Ort.