Ratgeber Früchte

Baum mit Schoten: welcher ist es?

Lange, bleistiftdünne Schoten unter großen Herzblättern, breite, gedrehte Hülsen unter Fiederblättern oder kurze, violette Hülsen. Die häufigen Bäume mit Schoten in Mitteleuropa und am Mittelmeer.

Illustration von Baumschoten an sechs Zweigen: dünne braune Schoten an einem Herzblatt, eine lange gedrehte Hülse, flache Hülsen an Fiederblättern, eine dicke braune Hülse, violette Hülsen unter Herzblättern und helle Hülsen an fein gefiederten Blättern
Illustration (KI-generiert, nur zur Orientierung)

Kurz gesagt

Ein Baum mit Schoten ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz meist ein Trompetenbaum (große Herzblätter, dünne Schoten bis fast 40 cm), eine Robinie (Fiederblätter, Dornenpaare, flache Hülsen) oder eine Gleditschie (fein gefiedert, gedrehte Lederhülsen bis 50 cm). Kleeblättrige Blätter und seidig behaarte Hülsen zeigen den giftigen Goldregen. Am Mittelmeer kommt der Johannisbrotbaum dazu.

  • Große, herzförmige Blätter zu zweit oder zu dritt und dünne, runde Schoten: Trompetenbaum.
  • Gefiederte Blätter, Dornenpaare an den Blattansätzen und flache, bohnenähnliche Hülsen: Robinie. Verzweigte Dornen am Stamm und lange, gedrehte Hülsen: Gleditschie.
  • Iss nie eine Schote oder einen Samen von einem Baum, den eine Webseite oder eine App bestimmt hat. Goldregen und Robinie gelten als giftig.

Ein Baum mit Schoten ist fast immer ein Hülsenfrüchtler oder ein Trompetenbaum, und welcher es ist, verraten dir drei Dinge: die Form der Schote, das Blatt und ob der Baum Dornen trägt. Botanisch sind die meisten „Schoten“ an Bäumen Hülsen, wie bei der Erbse; der Trompetenbaum trägt lange Kapseln. Iss nie eine Schote, einen Samen oder eine Frucht, nur weil eine Webseite oder eine App den Baum benennt; frag eine kundige Person vor Ort.

Bäume mit Schoten nach Blatt und Schote: die Übersicht

Blatt Schote Baum Weiteres Merkmal
Herzförmig, 15 bis 30 cm, gegenständig oder zu dritt Dünn, rund, bis etwa 38 cm Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) Weiße Blüten, Kapsel reißt längs auf
Gefiedert, 11 bis 19 Blättchen Flach, bohnenähnlich Robinie (Robinia pseudoacacia) Dornenpaare bis 5 cm an den Blattansätzen
Fein gefiedert Breit, ledrig, oft gedreht, bis 50 cm Gleditschie (Gleditsia triacanthos) Einfache oder verzweigte Dornen am Stamm
Drei Blättchen wie Klee Seidig behaart Goldregen (Laburnum anagyroides) Gelbe hängende Blütentrauben
Rundlich-herzförmig, 6 bis 13 cm Flach, violett, 8 bis 11 cm Judasbaum (Cercis siliquastrum) Rosa Blüten direkt am Stamm
Gefiedert, 7 bis 17 Blättchen Zwischen den Samen eingeschnürt wie eine Perlenkette Schnurbaum (Styphnolobium japonicum) Cremeweiße Blüten im Juli und August
Ledrige Fiederblättchen Dunkel, etwa 20 cm, 2 bis 3 cm breit Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) Mittelmeer, Blüte im Herbst

Große Herzblätter und dünne Schoten: Trompetenbaum

Der Trompetenbaum ist der Baum mit langen Schoten, den du in Parks, Gärten und auf Plätzen am häufigsten siehst. Die Gemeinde Vaterstetten beschreibt ihn als 8 bis 10, höchstens 15 m hohen Baum aus dem Südosten Nordamerikas, mit rundlicher Krone, weit ausladenden Seitenästen und herzförmigen Blättern von 15 bis 30 cm Länge und 10 bis 25 cm Breite. Die Blätter stehen gegenständig oder zu dritt am Zweig, und er blüht weiß.

Aus den Blüten werden lange, schmale Kapseln von bis zu 15 Zoll, also etwa 38 cm, die laut der NC State University der Länge nach aufreißen. Den Blauglockenbaum mit ähnlich großen Blättern, aber eiförmigen Kapseln, trennt die Seite Trompetenbaum erkennen. Alles zum Blauglockenbaum steht auf der Seite Blauglockenbaum erkennen. Weitere Bäume mit großen Herzblättern zeigt der Ratgeber Baum mit herzförmigen Blättern.

Fiederblätter und Dornen: Robinie und Gleditschie

Die Robinie stammt aus dem östlichen Nordamerika und kam 1625 nach Europa. Der Sachsenforst beschreibt Dornen bis 5 cm, die immer beidseitig des Blattstiels stehen, unpaarig gefiederte Blätter mit 11 bis 19 Fiederblättchen und weiße, intensiv duftende Blüten in langen Trauben ab Ende Mai. Die Früchte sind bohnenähnliche Hülsen, die laut derselben Quelle ebenso wie die Blätter giftig sind. Mehr Merkmale stehen auf der Seite Robinie erkennen.

Die Gleditschie, auch Lederhülsenbaum, trägt die längsten Hülsen der Parkbäume. Das Lexikon der Biologie nennt einfache oder verzweigte Dornen an Stamm und Ästen und Hülsen bis 50 cm. Die GALK-Straßenbaumliste beschreibt sie als 15 bis 20, selten 25 m hohen Baum mit breiten, langen, lederartigen Hülsenfrüchten. An Straßen stehen meist dornenlose Sorten; die Sorte 'Skyline' trägt laut GALK keine Früchte, 'Sunburst' treibt hellgelb aus. Wie du die Dornen von Robinie, Gleditschie und Weißdorn trennst, zeigt der Ratgeber Baum mit Dornen.

Robinie, Gleditschie und Trompetenbaum stehen alle drei in der Collection von Tree Identifier, dem Katalog mit 138 Arten.

Drei Blättchen und gelbe Trauben: Goldregen

Hat der Baum Blätter aus drei Blättchen wie ein Kleeblatt, ist es ein Goldregen. Das BfR beschreibt ihn als Strauch bis 5 m in Anlagen, mit gelben Schmetterlingsblüten in hängenden Trauben und seidig behaarten Hülsen mit braunen Samen. Giftig sind laut BfR Blüten, grüne Früchte und Samen; die Broschüre stuft ihn mit ++ ein, also Vergiftungen mit weniger schwerem Verlauf möglich. Steht ein Goldregen im Garten, halte Kinder von Blüten und Hülsen fern. Weitere gelb blühende Bäume zeigt der Ratgeber Baum mit gelben Blüten.

Kurze Hülsen und rosa oder weiße Blüten: Judasbaum und Schnurbaum

Der Judasbaum stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Das Lexikon der Biologie beschreibt breit herzförmige bis fast runde Blätter und kleine rosa Blüten, die vor dem Laub in Büscheln direkt am alten Holz erscheinen, auch am Stamm. Seine Hülsen sind laut der NC State University flach, violett, 3 bis 4,5 Zoll (etwa 8 bis 11 cm) lang und bleiben bis weit in den Winter am Baum. Die GALK nennt ihn wärmeliebend, mit 4 bis 6 m Höhe.

Der Schnurbaum aus China und Korea wird laut Lexikon der Biologie bis 25 m hoch und steht bei uns in Parks und an Straßen. Seine Hülsen sind laut NC State 3 bis 8 Zoll (etwa 8 bis 20 cm) lang, erst glatt und hellgrün, später gelbbraun, und zwischen den Samen eingeschnürt wie eine Perlenkette, daher der Name. Er blüht spät, im Juli und August, cremeweiß.

Der Seidenbaum (Albizia julibrissin) ist laut Lexikon der Biologie ein vom Iran bis Japan heimischer Hülsenfrüchtler, der in wärmeren Gegenden als Zierbaum beliebt ist. Er steht in der Collection von Tree Identifier.

Im Urlaub: Johannisbrotbaum und Flamboyant

Viele suchen nach einem Baum mit Schoten auf Mallorca, Kreta oder den Kanaren. Am Mittelmeer ist das meist der Johannisbrotbaum. Das Lexikon der Biologie beschreibt ihn als im östlichen Mittelmeergebiet und in Vorderasien heimischen Baum mit ledrigen Fiederblättchen und unauffälligen Blüten im Herbst; die dunklen, etwa 20 cm langen und 2 bis 3 cm breiten Hülsen erscheinen erst im folgenden Frühjahr.

In tropischen und subtropischen Gärten fällt dagegen der Flamboyant auf, der Flammenbaum aus Madagaskar: breite, schirmförmige Krone, lange, farnartig gefiederte Blätter, scharlachrote Blüten und flache, dunkelbraune Hülsen bis 60 cm, so das Lexikon der Biologie. Sehr große, dunkle Schoten unter farnartigem Laub sprechen also für ihn, kürzere, dicke Hülsen unter ledrigen Blättern für den Johannisbrotbaum.

Mit dem Foto bestimmen

Für Tree Identifier, eine iPhone-App, reicht ein einziges Foto. Hängen die Schoten zu hoch, fotografier einen Zweig mit Blättern und, wenn möglich, eine Schote vom Boden daneben. Die App nennt deutschen und wissenschaftlichen Namen, aber keine Liste ähnlicher Arten; prüf das Ergebnis deshalb an Blatt, Dornen und Schotenform aus der Tabelle oben. Im Chat unter dem Ergebnis kannst du nachfragen, etwa wie sich Robinie und Gleditschie unterscheiden, und auf der Karte in der App findest du den Baum später wieder. Die Toxikologie-Notizen sind KI-geschrieben und keine Freigabe zum Essen; bei einem Vergiftungsverdacht ruf den Giftnotruf an.

Was ein Foto nicht klären kann

  • Ohne Blätter sind kurze, flache Hülsen von Robinie, Judasbaum und Schnurbaum auf einem Foto schwer zu trennen. Fotografiere Zweig, Dornen und Rinde mit.
  • Die App sagt dir nicht, ob eine Schote giftig ist. Die Toxikologie-Notizen in Tree Identifier sind KI-geschrieben und ersetzen keinen Giftnotruf.

Häufige Fragen

Wie heißt der Baum mit langen Schoten und großen Blättern?

Fast immer der Trompetenbaum. Er hat herzförmige Blätter von 15 bis 30 cm Länge, die zu zweit oder zu dritt am Zweig sitzen, und dünne, runde Schoten bis etwa 38 cm. Der ähnliche Blauglockenbaum hat ebenfalls riesige Blätter, trägt aber eiförmige Kapseln statt langer Schoten.

Welcher Baum hat Schoten und Dornen?

Robinie oder Gleditschie. Die Robinie hat bis 5 cm lange Dornen paarweise links und rechts der Blattansätze und flache Hülsen. Die Gleditschie hat einfache oder verzweigte Dornen am Stamm und an den Ästen und bis 50 cm lange, oft gedrehte Lederhülsen. Dornenlose Gleditschien-Sorten stehen häufig an Straßen.

Welcher Baum hat Schoten auf Mallorca oder Kreta?

Meist der Johannisbrotbaum, mit ledrigen Fiederblättchen und dunklen, etwa 20 cm langen und 2 bis 3 cm breiten Hülsen. Er stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Sehr lange, flache, dunkelbraune Hülsen bis 60 cm unter farnartigen Blättern gehören eher zum Flamboyant.

Sind die Schoten giftig?

Bei mehreren Arten ja. Das BfR nennt beim Goldregen Blüten, grüne Früchte und Samen giftig; der Sachsenforst beschreibt die Hülsen und Blätter der Robinie als giftig. Iss nie eine Schote oder einen Samen, weil eine Seite oder eine App den Baum benennt. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ruf den Giftnotruf an.

Quellen

  1. GALK-Straßenbaumliste (Abfrage vom 21.10.2026) — Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz, Arbeitskreis Stadtbäume
  2. Hülsenfrüchtler (Lexikon der Biologie) — Spektrum der Wissenschaft
  3. Johannisbrotbaum (Lexikon der Biologie) — Spektrum der Wissenschaft
  4. Baum des Jahres 2020: Die Robinie (Robinia pseudoacacia L.) — Staatsbetrieb Sachsenforst, Waldpost 2020
  5. Risiko Pflanze – Einschätzung und Hinweise (Stand 2017) — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  6. Catalpa bignonioides (Trompetenbaum, Klimabaumpfad) — Gemeinde Vaterstetten
  7. Styphnolobium japonicum (Japanese Pagoda Tree) — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University
  8. Cercis siliquastrum (Judas Tree) — North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, NC State University

Aktualisiert am · Geschrieben vom Tree-Identifier-Team · So schreiben wir unsere Ratgeber

Veröffentlicht am

Diese Seite bietet allgemeine Informationen zur Baumbestimmung. Entscheide nie anhand einer Seite oder App, ob eine Pflanze essbar, hautverträglich oder für Tiere unbedenklich ist; frage eine fachkundige Person vor Ort.