Baumporträt

Mammutbaum erkennen: die drei Arten im Park unterscheiden

Schuppige Nadeln oder flache Nadeln in zwei Reihen, schwammige rote Borke oder dünne Rinde, grün im Winter oder kahl. So trennst du Berg-, Küsten- und Urweltmammutbaum.

Illustration eines Zweigs des Riesenmammutbaums mit Schuppenblättern und eiförmigem Zapfen, eines Küstenmammutbaumzweigs mit flachen Nadeln und kleinem Zapfen, eines Urweltmammutbaumzweigs in Grün und Rostorange mit hängendem Zapfen und faseriger roter Rinde
Illustration (KI-generiert, nur zur Orientierung)

Kurz gesagt

Einen Mammutbaum erkennen kannst du an drei Merkmalen: Der Bergmammutbaum hat bis 1,5 cm kurze, pfriemlich zugespitzte, blaugrüne Nadeln, die dem Zweig anliegen, und eine schwammige, zimtbraune Borke. Der Küstenmammutbaum trägt flache, bis 4 cm lange Nadeln in zwei Reihen. Der Urweltmammutbaum hat weiche, gegenständige Nadeln, färbt sich im Oktober bronzefarben und ist im Winter kahl.

  • Grün im Winter und schwammige, rotbraune Borke: Berg- oder Küstenmammutbaum. Kahl im Winter: Urweltmammutbaum.
  • Drück mit dem Daumen auf die Borke: Beim Bergmammutbaum ist sie schwammig weich und bis zu 50 cm dick.
  • Ein kahler Nadelbaum mit gegenständigen Kurztrieben ist ein Urweltmammutbaum, mit wechselständigen eine Sumpfzypresse.

Bestimmungsmerkmale auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Sequoiadendron giganteum, Sequoia sempervirens, Metasequoia glyptostroboides
Familie
Cupressaceae (Zypressengewächse)
Typ
Nadelbaum, immergrün
Bergmammutbaum, Nadeln
Spiralig, bis 1,5 cm, pfriemlich zugespitzt, bläulich grün, liegen meist dem Zweig an; ihre Basis läuft am Zweig herab. Keine Kurztriebe.
Bergmammutbaum, Borke
Tief gefurcht, längsrissig, schwammig weich, zimtbraun bis fuchsrot, bis 50 cm dick.
Bergmammutbaum, Zapfen
Rotbraun, eiförmig, etwa 5 bis 8 cm lang (Göttingen; Dörken nennt bis 6 cm), reifen erst im Jahr nach der Bestäubung.
Küstenmammutbaum, Nadeln
Spiralig, aber gescheitelt, sodass sie in zwei Reihen zu stehen scheinen; bis 4 cm, erst graugrün, später dunkelgrün.
Küstenmammutbaum, Zapfen
Rundlich bis eiförmig, bis 4 cm lang und 3 cm breit, aus bis zu 20 Schuppen; reifen im Jahr der Bestäubung.
Urweltmammutbaum, Nadeln
Sehr weich, bis 3 (4) cm, an gegenständigen Kurztrieben; im Oktober bronzefarben, dann fallen sie mit dem Kurztrieb ab.
Urweltmammutbaum, Stamm
Am Fuß stark verdickt und spannrückig, im Querschnitt gebuchtet; Rinde dünn, nicht schwammig.
Urweltmammutbaum, Zapfen
Klein, etwa 3 × 2 cm, eiförmig bis vierkantig, an langen Stielen; bleiben nach dem Samenfall bis ins Frühjahr am Baum.
Größe in der Heimat
Bergmammutbaum 80 bis 100 m, Küstenmammutbaum bis 100 m, Urweltmammutbaum nur bis 35 m.

Mammutbaum ist kein Artname, sondern ein Sammelname für drei verwandte Nadelbäume aus der Familie der Zypressengewächse: den Berg- oder Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), den Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) und den Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides). Laut Veit Martin und Evamaria Dörken im Palmengarten 2011 waren alle drei Gattungen einst auch in Mitteleuropa heimisch und starben hier gegen Ende des Tertiärs aus. Heute stehen sie wieder in deutschen, österreichischen und Schweizer Parks, als gepflanzte Bäume.

So erkennst du die drei Mammutbäume

Die erste Frage entscheidet schon viel: Ist der Baum im Winter grün oder kahl? Der Urweltmammutbaum ist laubabwerfend, die beiden anderen sind immergrün.

Bergmammutbaum. Die Nadeln sind spiralig angeordnet, bis 1,5 cm lang, pfriemlich zugespitzt und bläulich grün; sie liegen meist dem Zweig an, ihre Basis läuft am Zweig herab (Dörken; Forstbotanischer Garten Göttingen). Der Zweig wirkt dadurch schuppig. Die Nadeln bleiben 3 bis 4 Jahre am Baum. Als einziger Mammutbaum bildet er keine Kurztriebe. Junge Bäume wachsen pyramidal und sind bis zum Boden beastet.

Küstenmammutbaum. Auch seine Nadeln stehen spiralig, sind aber gescheitelt ausgerichtet. So entsteht der Eindruck von zwei flachen Reihen. Die Nadeln werden bis 4 cm lang, sind erst graugrün, später dunkelgrün, und laufen am Zweig herab. Am Stammfuß älterer Bäume bilden sich oft zahlreiche Schösslinge.

Urweltmammutbaum. Er hat sehr weiche, bis 3 (4) cm lange Nadeln an Kurztrieben, die gegenständig stehen, also paarweise. Im Oktober färben sich die Nadeln laut Dörken kräftig bronzefarben und fallen dann ab; die Kurztriebe lösen sich als Ganzes an einer Art Sollbruchstelle. Der Stamm ist am Fuß stark verdickt und spannrückig: Im Querschnitt ist er tief gebuchtet, und von außen siehst du kräftige Rippen und Mulden. Mit höchstens 35 m ist er der kleinste der drei.

Alle drei Arten sind in der Collection der App Tree Identifier enthalten. Ein Foto von einem Zweig in Augenhöhe zeigt der App mehr als ein Bild der ganzen Krone; prüf das Ergebnis dann an Borke und Zapfen.

Borke und Zapfen im Vergleich

Merkmal Bergmammutbaum Küstenmammutbaum Urweltmammutbaum
Im Winter Immergrün Immergrün Kahl
Nadeln Bis 1,5 cm, anliegend, schuppig wirkend Bis 4 cm, flach, scheinbar zweireihig Bis 3 (4) cm, sehr weich, gegenständig
Borke Schwammig, zimtbraun bis fuchsrot, bis 50 cm dick Schwammig, fuchsrot, etwas dünner Dünn
Zapfen Etwa 5 bis 8 cm, eiförmig, rotbraun Bis 4 × 3 cm, rundlich Etwa 3 × 2 cm, eiförmig bis vierkantig
Zapfenreife Im Jahr nach der Bestäubung Im Jahr der Bestäubung Im Jahr der Bestäubung
Heimat Sierra Nevada, Kalifornien Nebelwälder von Kalifornien bis Oregon Sichuan, Hunan und Hubei, China

Für die Borke nennt Göttingen beim Bergmammutbaum bis zu 50 cm, Dörken für Berg- und Küstenmammutbaum 30 (bis 40) cm, wobei der Bergmammutbaum meist die dickere Borke hat. Sie ist schwammig, besteht aus vielen Lagen und schützt die Bäume in ihrer Heimat vor Waldbränden. Wenn du mit dem Daumen auf die Borke eines alten Bergmammutbaums drückst, gibt sie spürbar nach. Weitere Borken vergleicht der Ratgeber Baum bestimmen an der Rinde.

Der Urweltmammutbaum bildet zudem auffällige männliche Blüten: kleine Pollenzapfen in bis zu 20 cm langen, hängenden Ständen, die nach dem Stäuben als Ganzes abfallen. Seine Zapfen stehen fast kreuzgegenständig und an langen Stielen.

Der Urweltmammutbaum im Winter

Im Winter ist der Urweltmammutbaum leicht mit zwei anderen kahlen Nadelbäumen zu verwechseln. Die Sumpfzypresse wirft ebenfalls ihre Kurztriebe samt Nadeln ab. Laut Botanischem Garten der TU Dresden unterscheidest du die beiden an der Stellung der Kurztriebe: beim Urweltmammutbaum weitgehend gegenständig, bei der Sumpfzypresse wechselständig versetzt. Dörken nennt ein zweites Merkmal: Die Zapfen des Urweltmammutbaums bleiben nach dem Samenfall bis zum folgenden Frühjahr am Baum, die der Sumpfzypresse zerfallen zur Samenreife.

Die Lärche ist der dritte kahle Nadelbaum. Sie trägt ihre Nadeln in dichten Büscheln an kleinen Höckern, und ihre kleinen, eiförmigen Zapfen sitzen aufrecht auf den Zweigen. Wie du sie sicher erkennst, steht unter Lärche erkennen; den ganzen Nadelbaumschlüssel findest du im Ratgeber Nadelbäume bestimmen.

Woher die Mammutbäume kommen

Der Bergmammutbaum wächst in Mittelkalifornien an den Westhängen der Sierra Nevada, in einem Gürtel von 420 km Länge und höchstens 24 km Breite. Der Forstbotanische Garten Göttingen nennt Höhenlagen zwischen 1.500 und 2.500 m, Dörken (900) 1.800 bis 2.300 (2.700) m. Er wächst dort in kleinen Hainen von 20 bis 100 Bäumen zwischen Kiefern und Tannen. Die Art wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt und nach Europa gebracht; sie gedeiht in milderen Lagen und steht häufig in Gärten und Parks.

Der Küstenmammutbaum lebt in nebelreichen, pazifiknahen Wäldern von Kalifornien bis Oregon und deckt seinen Wasserbedarf vor allem aus kondensierendem Küstennebel. In seiner Heimat wird er bis 100 m hoch.

Der Urweltmammutbaum war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nur als Fossil bekannt und galt als ausgestorben. Um 1940 wurde in China eine lebende Gruppe wiederentdeckt; sein natürliches Areal umfasst nur etwa 800 km² in den Provinzen Sichuan, Hunan und Hubei. Danach wurde er intensiv vermehrt und ist heute laut Dörken ein gängiger Solitärbaum in mitteleuropäischen Parks und Gärten.

Wenn du in deiner Stadt einen Mammutbaum gefunden hast, kannst du ihn in Tree Identifier mit Standort speichern und auf der Baumkarte der App wiederfinden. Ein Nadelbaum mit korkiger Borke, der nach Orange riecht, ist übrigens kein Mammutbaum, sondern eine Douglasie.

Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest

Sumpfzypresse (Taxodium distichum)

Wirft wie der Urweltmammutbaum im Herbst ihre Kurztriebe samt Nadeln ab, aber die Kurztriebe stehen wechselständig versetzt statt paarweise gegenüber. Ihre Zapfen zerfallen bei der Reife, die des Urweltmammutbaums bleiben bis zum Frühjahr hängen.

Europäische Lärche (Larix decidua)

Auch ein Nadelbaum, der im Winter kahl ist. Die Lärche trägt ihre Nadeln aber in Büscheln zu 20 bis 40 an kleinen Höckern, der Urweltmammutbaum in zwei Reihen an gegenständigen Kurztrieben.

Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

Ein großer, immergrüner Nadelbaum mit korkiger Borke, aber die Nadeln sind flach, unten silbergrau gestreift und riechen nach Orange. Am Douglasienzapfen ragen dreispitzige Deckschuppen zwischen den Schuppen heraus.

Was ein Foto nicht klären kann

  • Am Küstenmammutbaum sind die Nadeln der Langtriebe kleiner und manchmal schuppenartig; ein Foto nur von einem Triebende kann ihn dann wie einen Bergmammutbaum aussehen lassen.
  • Junge Mammutbäume ohne Zapfen und mit dünner Borke zeigen nur ihre Nadeln; fotografiere dann einen Zweig aus der Nähe, nicht die ganze Krone.
  • Wie alt ein bestimmter Mammutbaum im Park ist, kann ein Foto nicht sagen; dafür brauchst du die Pflanzdaten des Parks.

Häufige Fragen

Warum verliert mein Mammutbaum im Herbst die Nadeln?

Wahrscheinlich ist es ein Urweltmammutbaum. Er ist laubabwerfend: Im Oktober färben sich die Nadeln bronzefarben, dann fallen sie ab, die an den Kurztrieben zusammen mit dem ganzen Kurztrieb. Berg- und Küstenmammutbaum sind dagegen immergrün; ob braune Nadeln dort ein Problem sind, kann diese Seite nicht beurteilen.

Hat der Mammutbaum Nadeln oder Blätter?

Nadeln. Alle drei Mammutbäume sind Nadelbäume aus der Familie der Zypressengewächse. Beim Bergmammutbaum sind die Nadeln kurz und liegen dem Zweig an, sodass er schuppig wirkt; beim Küstenmammutbaum sind sie flach und stehen in zwei Reihen; beim Urweltmammutbaum sind sie weich und fallen im Herbst ab.

Wie alt werden Mammutbäume?

In ihrer Heimat sehr alt. Laut Forstbotanischem Garten Göttingen ist der Bergmammutbaum General Sherman 83 m hoch und rund 3.500 Jahre alt, und viele Altbäume in den kalifornischen Hainen sind 2.000 bis 3.000 Jahre alt. Die Bäume in deutschen Parks sind viel jünger: Der Bergmammutbaum kam erst Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa.

Wie unterscheide ich Urweltmammutbaum und Sumpfzypresse?

An der Stellung der Kurztriebe. Laut Botanischem Garten Dresden sitzen sie beim Urweltmammutbaum weitgehend gegenständig, also paarweise, bei der Sumpfzypresse wechselständig versetzt. Im Winter helfen die Zapfen: Beim Urweltmammutbaum hängen sie bis zum Frühjahr am Baum, bei der Sumpfzypresse zerfallen sie.

Quellen

  1. Mammutbäume (Der Palmengarten 74, 2011, S. 142–148) — Veit Martin Dörken und Evamaria Dörken, Universität Konstanz (KOPS)
  2. Sequoiadendron giganteum / Riesenmammutbaum: Biologie und Ökologie — Forstbotanischer Garten der Universität Göttingen
  3. Sequoiadendron giganteum / Riesenmammutbaum: Vorkommen — Forstbotanischer Garten der Universität Göttingen
  4. Bisherige Pflanzen der Woche: Die Zweizeilige Sumpfzypresse — Botanischer Garten der TU Dresden

Aktualisiert am · Geschrieben vom Tree-Identifier-Team · So schreiben wir unsere Ratgeber

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