Baumporträt
Kirschlorbeer erkennen: Blätter, Blüten und Früchte
Die immergrüne Hecke mit den großen, glänzenden Blättern: So erkennst du den Kirschlorbeer, trennst ihn von Lorbeer und Rhododendron und erfährst, warum die Schweiz seinen Verkauf verboten hat.

Kurz gesagt
Einen Kirschlorbeer erkennen kannst du an seinen immergrünen, ledrigen Blättern: 10 bis 15 cm lang, oben glänzend dunkelgrün, unten hellgrün und matt, und am Blattgrund unten mit kleinen Drüsen neben der Mittelrippe. Im April und Mai blüht er weiß in aufrechten Trauben von 10 bis 15 cm. Die Früchte reifen von August bis Oktober von grün über rot zu glänzend schwarz. Alle Teile gelten als giftig.
- Dreh ein Blatt um: Kleine Drüsen am Blattgrund neben der Mittelrippe trennen den Kirschlorbeer vom Echten Lorbeer.
- Aufrechte weiße Blütentrauben im April und Mai heißen Kirschlorbeer; der Portugiesische Kirschlorbeer blüht laut Stadt Bern erst im Juni.
- Das BfR stuft den Kirschlorbeer mit ++ ein: Vergiftungen mit weniger schwerem Verlauf sind möglich. Nichts davon essen.
- In der Schweiz darf er seit dem 1. September 2024 nicht mehr verkauft oder verschenkt werden; bestehende Hecken dürfen bleiben.
Bestimmungsmerkmale auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Prunus laurocerasus
- Familie
- Rosaceae (Rosengewächse)
- Typ
- Laubbaum, immergrün
- Blätter
- Immergrün, ledrig, kahl, breit lanzettlich, etwa 10 bis 15 cm lang; oben glänzend dunkelgrün, unten hellgrün und matt; Rand leicht nach unten gebogen.
- Blattdrüsen
- Auf der Blattunterseite nahe dem Blattgrund, neben der Mittelrippe, sitzen 2 bis 8 kleine Drüsen (NC State Extension).
- Geruch
- Zerdrückte Blätter riechen nach Kirsche (NC State). Danach Hände waschen.
- Blüten
- Weiß, klein, in aufrechten Trauben von 10 bis 15 cm; Blütezeit April bis Mai.
- Früchte
- Glänzende Steinfrüchte, 7 bis 10 mm, etwa so groß wie Heidelbeeren; reifen von August bis Oktober von grün über rot zu schwarz.
- Wuchs
- Immergrüner Strauch von 2 bis 6 m (Stadt Bern), bis 6 m hoher Strauch oder Baum (Info Flora); meist als Hecke geschnitten.
- Herkunft
- Anatolien, Kaukasus und Nordiran (Stadt Bern); in Mitteleuropa seit Ende des 16. Jahrhunderts.
- Giftigkeit
- Laut BfR giftig (++), vor allem Blätter und Samen; sie enthalten Blausäureglykoside. Nichts davon essen.
- Status
- BfN: potenziell invasiv, Handlungsliste (BfN-Schriften 731, 2025). Schweiz: Anhang 2.2 der Freisetzungsverordnung, Verkaufsverbot seit 1. September 2024.
Der Kirschlorbeer ist die immergrüne Gartenhecke schlechthin: große, glänzende Blätter, die auch im Winter grün bleiben. Botanisch gehört er zur Gattung der Kirschen (Prunus laurocerasus), nicht zum Lorbeer (Laurus), von dem das Gewürz stammt. Prüf vier Dinge in dieser Reihenfolge: Blatt, Blattunterseite, Blüte, Früchte. Und vorab, weil es um Früchte geht: Iss nie eine Frucht oder einen Samen, nur weil eine Webseite oder eine App die Pflanze benennt.
Kirschlorbeer erkennen in vier Schritten
1. Das Blatt. Laut Stadt Bern sind die Blätter ledrig, kahl und breit lanzettlich, oben glänzend dunkelgrün, unten hellgrün und matt. Info Flora nennt sie verkehrt-eilanzettlich, 10 bis 15 cm lang, mit leicht nach unten gebogenem Rand. Sie bleiben das ganze Jahr am Strauch.
2. Die Drüsen am Blattgrund. Dreh ein Blatt um und schau dorthin, wo die Blattfläche in den Stiel übergeht. Neben der Mittelrippe sitzen laut NC State Extension 2 bis 8 kleine, auffällige Drüsen. Sie sind das beste Merkmal gegen den Echten Lorbeer und den Rhododendron. Ein zerdrücktes Blatt riecht nach Kirsche; wasch dir danach die Hände.
3. Die Blüte. Im April und Mai erscheinen weiße Blüten in aufrechten, traubenförmigen Blütenständen von 10 bis 15 cm Länge. Sie wachsen aus den Blattachseln und stehen wie kleine Kerzen zwischen den Blättern.
4. Die Früchte. Von August bis Oktober reifen glänzende Steinfrüchte, etwa so groß wie Heidelbeeren. Sie sind zuerst grün, dann rot und schließlich schwarz; Info Flora gibt 7 bis 10, selten bis 15 mm an. Die Steine der Früchte enthalten die Samen, die laut BfR zu den giftigen Teilen gehören.
Für Tree Identifier reicht ein Foto eines Zweiges mit mehreren Blättern; noch besser ist eins der Blattunterseite mit den Drüsen. Die App zeigt keinen Sicherheitswert und keine Liste ähnlicher Arten, also prüf das Ergebnis am Blattgrund. Andere Gehölze mit dunklen Früchten vergleicht der Ratgeber Baum mit schwarzen Beeren.
Giftigkeit: was die Quellen sagen
Das Bundesinstitut für Risikobewertung führt den Kirschlorbeer in seiner Broschüre „Risiko Pflanze“ mit ++: Vergiftungen mit weniger schwerem Verlauf sind möglich. Als giftige Teile nennt es Blätter und Samen, der Wirkstoff ist eine blausäurehaltige Verbindung. Laut BfR liegt die Blausäure an Zucker gebunden vor; erst nach dem Zerkauen vieler Samen oder dem Essen vieler Blätter kann so viel freigesetzt werden, dass sofort ein Arzt nötig ist. Die Stadt Bern schreibt, dass alle Pflanzenteile, besonders Blätter und Samen, Blausäureglykoside enthalten. Die NC State Extension stuft die Pflanze für Katzen, Hunde und Pferde mit hoher Schwere ein.
Mehr als diese Einordnung gibt diese Seite bewusst nicht. Ob ein Kontakt gefährlich war, klärt der Giftnotruf oder der Tierarzt, nicht eine Webseite und nicht eine App. Die Hinweise unter „Toxicology“ in Tree Identifier schreibt eine KI; sie sind ein erster Anhaltspunkt, kein Urteil über deine Sicherheit oder die deines Tieres.
Warum der Kirschlorbeer als invasiv gilt
Der Kirschlorbeer stammt laut Stadt Bern aus Anatolien, dem Kaukasus und dem Nordiran und kam Ende des 16. Jahrhunderts nach Mitteleuropa. Die Stadt Bern nennt drei Gründe, warum er sich nördlich der Alpen immer stärker ausbreitet:
- Vögel verbreiten ihn. Sie fressen die Früchte, scheiden die Steine aus, und diese keimen am neuen Ort, auch weit vom Garten entfernt.
- Er treibt aus Resten wieder aus. Abgelagerter Heckenschnitt im Wald wächst aus Spross- und Wurzelstücken an.
- Er hat keine Fraßfeinde und wirft tiefen Schatten. Wegen der Blausäureglykoside fressen die meisten Tiere die Blätter nicht, und unter dem dichten, immergrünen Laub wächst kaum etwas anderes.
Info Flora beschreibt ihn als oft verwildert in milden Tieflagen. In Deutschland bewertet das Bundesamt für Naturschutz die Pontische Lorbeerkirsche in seiner Invasivitätsbewertung (BfN-Schriften 731, 2025) als potenziell invasive, etablierte Art auf der Handlungsliste. Die ganze Übersicht über invasive Gehölze in Deutschland, Österreich und der Schweiz steht im Ratgeber invasive Baumarten.
Verkaufsverbot in der Schweiz, kein Verbot in Deutschland
Schweiz. Seit dem 1. September 2024 dürfen Pflanzen aus dem neuen Anhang 2.2 der Freisetzungsverordnung nicht mehr in Verkehr gebracht werden, also weder verkauft, verschenkt, vermietet noch in die Schweiz eingeführt. Der Kirschlorbeer gehört dazu. Laut BAFU dürfen bestehende Kirschlorbeerhecken im Garten aber bleiben (Stand 30.10.2026). Die Stadt Bern geht weiter: Ihr Merkblatt nennt neben dem Verkauf auch Säen, Pflanzen und Vermehren als verboten und bittet, den Kirschlorbeer durch einheimische Pflanzen wie Eibe, Stechpalme, Rotbuche oder Efeu zu ersetzen. Wie eine dieser Ersatzpflanzen aussieht, zeigt Stechpalme erkennen.
Deutschland und Österreich. Hier gilt das EU-Recht zu invasiven Arten, und das erfasst den Kirschlorbeer nicht: Die EU-weiten Verbote gelten nur für Arten der Unionsliste, und auf dieser steht laut BfN keine Prunus-Art (Stand 30.10.2026; letzte Erweiterung am 7. August 2025). Die Einstufung des BfN ist eine fachliche Bewertung der Naturschutzbehörde. Wer eine bestehende Hecke behält, kann trotzdem verhindern, dass Vögel Früchte in den Wald tragen: Die Stadt Bern empfiehlt, die Blütenstände nach der Blüte abzuschneiden, und Schnittgut nicht im Wald abzulagern.
Kirschlorbeer, Portugiesischer Kirschlorbeer oder Lorbeer
Im Gartencenter und in Hecken stehen mehrere immergrüne Sträucher mit großen, glänzenden Blättern nebeneinander. Die Stadt Bern nennt als Verwechslungen Portugiesischen Kirschlorbeer, Glanzmispeln und Rhododendren; dazu kommt der Echte Lorbeer aus der Küche.
| Merkmal | Kirschlorbeer | Portugiesischer Kirschlorbeer | Echter Lorbeer | Rhododendron |
|---|---|---|---|---|
| Blatt | 10–15 cm, ledrig, unten Drüsen am Grund | – | 5–15 cm, ganzrandig, aromatisch | eiförmig bis länglich, Rand nach unten gewölbt |
| Junge Zweige und Blattstiele | – | kahl, dunkelrot | Stiel bis 1 cm | – |
| Blüte | weiße, aufrechte Trauben, April bis Mai | Juni | gelblich-weiß, Büschel in den Blattachseln | Blütenknospen an der Triebspitze, schon im Vorjahr angelegt |
| Frucht | rund, glänzend schwarz, 7–10 mm | 4–7 mm, eiförmig spitz, schwarzpurpurn | dunkel, fast schwarz, etwa 1 cm | – |
Ein Strich heißt: In den genutzten Quellen nicht angegeben. Angaben zum Lorbeer nach Info Flora, alle anderen nach Stadt Bern und Info Flora. Mit der heimischen Traubenkirsche teilt der Kirschlorbeer die Gattung und die Blütentrauben, aber die Traubenkirsche verliert im Herbst ihr Laub und ihre Trauben hängen; mehr dazu unter Traubenkirsche erkennen.
Ähnliche Arten und wie du sie unterscheidest
Portugiesischer Kirschlorbeer (Prunus lusitanica)
Schau auf die jungen Zweige und Blattstiele: Beim Portugiesischen Kirschlorbeer sind sie kahl und dunkelrot. Er blüht laut Stadt Bern erst im Juni, und seine Früchte sind 4 bis 7 mm lang, eiförmig spitz und schwarzpurpurn.
Echter Lorbeer (Laurus nobilis)
Seine Blätter riechen aromatisch, sind ganzrandig und nur 5 bis 15 cm lang, mit kurzem Stiel bis 1 cm. Er blüht gelblich-weiß in kleinen Büscheln in den Blattachseln, nicht in langen weißen Trauben (Info Flora).
Rhododendron (Rhododendron spp.)
Meist eiförmige bis längliche Blätter mit nach unten gewölbtem Rand und endständige Blütenknospen, die schon im Vorjahr angelegt werden (Stadt Bern). Der Kirschlorbeer blüht dagegen in Trauben aus den Blattachseln.
Glanzmispel (Photinia spp.)
Viele Arten tragen dornige Zweige, und die Blätter sind im Sommer grün und im Winter rot (Stadt Bern). Kirschlorbeerblätter bleiben das ganze Jahr glänzend dunkelgrün.
Was ein Foto nicht klären kann
- Die Drüsen am Blattgrund sind nur wenige Millimeter groß und sitzen auf der Unterseite. Fotografier die Unterseite eines Blattes aus der Nähe.
- Im Handel gibt es viele Sorten wie 'Otto Luyken', 'Etna' oder 'Novita' mit anderer Wuchsform und Blattgröße. Ein Foto bestätigt die Art, nicht die Sorte.
- Ob ein Kind oder ein Tier nach Kontakt mit Kirschlorbeer in Gefahr ist, entscheidet weder diese Seite noch eine App. Ruf den Giftnotruf an oder frag den Tierarzt.
Häufige Fragen
Ist Kirschlorbeer giftig für Hunde?
Die NC State Extension führt den Kirschlorbeer als Giftpflanze mit hoher Schwere für Katzen, Hunde und Pferde; Blätter, Samen und Stängel enthalten cyanogene Verbindungen. Hat dein Hund Blätter oder Früchte gefressen, ruf sofort den Tierarzt an. Eine Webseite oder App kann das nicht beurteilen.
Ist Kirschlorbeer in Deutschland verboten?
Nein, ein Verbot wie in der Schweiz gibt es nicht. Das BfN bewertet ihn als potenziell invasiv (Handlungsliste, 2025). Auf der EU-Unionsliste, für die EU-weite Verbote gelten, steht laut BfN keine Prunus-Art (Stand 30.10.2026).
Muss ich meine Kirschlorbeerhecke in der Schweiz entfernen?
Nein. Laut BAFU dürfen bestehende Kirschlorbeerhecken im Garten bleiben; verboten ist seit dem 1. September 2024 das Inverkehrbringen, also Verkaufen, Verschenken und Einführen. Die Stadt Bern bittet trotzdem darum, ihn zu ersetzen, etwa durch Eibe, Stechpalme oder Rotbuche.
Kann man die Früchte des Kirschlorbeers essen?
Diese Seite beantwortet keine Fragen zur Essbarkeit. Das BfR führt Blätter und Samen als giftige Teile, die Stadt Bern nennt alle Pflanzenteile giftig. Iss nie eine Frucht, weil eine Webseite oder eine App sie benannt hat. Hat ein Kind Früchte gegessen, ruf den Giftnotruf an.
Wie unterscheide ich Kirschlorbeer und Lorbeer?
Am Blatt: Der Echte Lorbeer hat laut Info Flora aromatische, ganzrandige Blätter von 5 bis 15 cm und blüht gelblich-weiß in kleinen Büscheln. Der Kirschlorbeer hat Drüsen an der Blattunterseite nahe dem Blattgrund und weiße Blütentrauben von 10 bis 15 cm.
Quellen
- Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus L.), Invasiver Neophyt — Stadt Bern, Stadtgrün Bern
- Prunus laurocerasus L. (Kirschlorbeer) — Info Flora
- Änderung im Umgang mit invasiven gebietsfremden Pflanzen — Bundesamt für Umwelt (BAFU)
- Gefäßpflanzen: Invasivitätsbewertung — Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- Risiko Pflanze – Einschätzung und Hinweise (Stand 2017) — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
- Prunus laurocerasus (Cherry Laurel, English Laurel) — NC State Extension Gardener Plant Toolbox
- Laurus nobilis L. (Edel-Lorbeer) — Info Flora
- Liste der invasiven Arten von unionsweiter Bedeutung (Unionsliste) — Bundesamt für Naturschutz (BfN)
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