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Bestimmungsschlüssel für Bäume

Ein dichotomer Schlüssel für heimische Bäume. Bei jedem Schritt wählst du eine von zwei Aussagen, bis der Schlüssel Gattung oder Art nennt.

Illustration eines verzweigten Bleistiftdiagramms auf cremefarbenem Papier, das von einer Messinglupe zu einem Kiefernzweig und zu Ahorn-, Eichen-, Eschen- und Lindenblättern führt
Illustration (KI-generiert, nur zur Orientierung)

Kurz gesagt

Ein Bestimmungsschlüssel für Bäume führt dich über Paare von Aussagen zum Namen: erst Nadeln oder Blätter, dann gegenständig oder wechselständig, gefiedert oder einfach, gebuchtet oder nicht, zuletzt Rinde und Knospen. Dieser Schlüssel kennt 20 heimische Bäume, von Fichte und Waldkiefer bis Rotbuche und Stieleiche, und jede Antwort öffnet die Seite zu diesem Baum.

  • Bei einfachen, ungelappten Blättern entscheiden Rinde und Knospen, nach dem Winterschlüssel der Grünen Schule im Botanischen Garten der Universität Mainz.
  • Kommst du nicht an die Zweige, führt „Nicht sicher“ bei der Blattstellung auf einen Weg nur über Blatt, Knospen und Rinde.
  • Deine Antworten stehen in der Adresse der Seite, ein Link öffnet also dieselbe Antwort auf einem anderen Gerät.

Bestimmungsschlüssel für Bäume

Beantworte eine Frage nach der anderen, erst zum Blatt, dann zu Rinde und Knospen. Jede Antwort endet bei einem Baum mit eigener Seite auf dieser Website, und „Nicht sicher“ bringt dich immer weiter.

Frage 1

Nadeln oder Blätter?

Schau dir die Blätter am Baum an, nicht Laub vom Boden.

Quelle: Faltblatt Die Waldkiefer (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)); Die Weißtanne (Abies alba) – Dendrologische Anmerkungen (LWF Wissen 45) (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF))

Es wird nichts gesendet. Deine Antworten stehen in der Adresse der Seite, so öffnet der Link denselben Schritt.

Der ganze Schlüssel als Liste

Derselbe Schlüssel in der klassischen gedruckten Form: Beginn bei 1, wähl die passende Zeile und folg der Nummer. Die Fragen nach dem Hauptschlüssel sind der Weg nur nach Blatt, Knospen und Rinde, den „Nicht sicher“ öffnet.

  1. 1. Nadeln oder Blätter?

    1a Nadeln → weiter bei 2

    1b Breite, flache Blätter → weiter bei 3

  2. 2. Nadeln einzeln oder gebündelt?

    2a Nadeln zu zweit oder in Büscheln an kurzen Seitentrieben → weiter bei 4

    2b Nadeln einzeln am Zweig → weiter bei 5

  3. 3. Gegenständig oder wechselständig?

    3a Gegenständig: Blätter und Knospen sitzen paarweise einander gegenüber → weiter bei 6

    3b Wechselständig: Blätter und Knospen sitzen einzeln und versetzt → weiter bei 7

    Nicht sicher: weiter bei 19

  4. 4. Zwei Nadeln oder ein ganzes Büschel?

    4a Immer zwei gedrehte Nadeln zusammen, 3 bis 5 cm lang, blaugrün bis silbergrau → Waldkiefer (Pinus sylvestris)

    4b Büschel aus vielen weichen Nadeln an kurzen Trieben; im Winter steht der Baum ohne Nadeln da → Europäische Lärche (Larix decidua)

  5. 5. Flache oder vierkantige Nadeln?

    5a Nadeln flach, unterseits mit zwei hellen Streifen, mit einer saugnapfartigen Scheibe am glatten Zweig; Zapfen stehen aufrecht und zerfallen am Baum → Weißtanne (Abies alba)

    5b Nadeln vierkantig, rundum gleich gefärbt, auf kleinen Höckern am Zweig; Zapfen hängen und fallen als Ganzes ab → Fichte (Picea abies)

  6. 6. Gefiedert oder handförmig gelappt?

    6a Blatt aus mehreren Blättchen zusammengesetzt → weiter bei 8

    6b Einfaches Blatt, meist lang gestielt und handförmig gelappt → Ahorn (Acer)

  7. 7. Einfach oder gefiedert?

    7a Gefiedert: viele Blättchen an einer gemeinsamen Spindel → weiter bei 9

    7b Einfach: eine Blattfläche an jedem Stiel → weiter bei 10

  8. 8. Schwarze oder klebrige Knospen?

    8a Knospen schwarz; Blatt gefiedert mit höchstens 6 Blättchenpaaren → Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

    8b Knospen sehr groß (über 1,5 cm) und klebrig → Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

  9. 9. Dornen am Zweig?

    9a Dornen, immer paarweise → Robinie (Robinia pseudoacacia)

    9b Keine Dornen → weiter bei 11

  10. 10. Gebuchtet wie ein Eichenblatt?

    10a Blatt gebuchtet, mit Lappen entlang der Mittelrippe → weiter bei 12

    10b Blatt nicht gebuchtet → weiter bei 13

  11. 11. Drüsen am Grund der Blättchen?

    11a Blättchen ganzrandig, am Grund mit 1 bis 4 kleinen Lappen, die schwarze Drüsen tragen; zerrieben riechen sie unangenehm → Götterbaum (Ailanthus altissima)

    11b Blättchen ohne Drüsenlappen am Grund → Eberesche oder Walnuss (Sorbus aucuparia, Juglans regia)

  12. 12. Stieleiche oder Traubeneiche?

    12a Blattstiel kurz, Blattgrund oft geöhrt (zwei kleine Ohren), Knospen gerundet → Stieleiche (Quercus robur)

    12b Blattstiel lang, Blattgrund wenig geöhrt, Knospen zugespitzt → Traubeneiche (Quercus petraea)

    Nicht sicher: Eiche (Quercus)

  13. 13. Weiße Rinde?

    13a Rinde weiß; Knospen klebrig → Hängebirke (Betula pendula)

    13b Rinde nicht weiß → weiter bei 14

  14. 14. Ringelborke?

    14a Ringelborke: die Rinde bildet waagrechte Ringe und Bänder → Vogelkirsche (Prunus avium)

    14b Keine Ringelborke → weiter bei 15

  15. 15. Knospen in zwei Reihen oder rundum?

    15a Knospen zweizeilig: in zwei Reihen links und rechts am Zweig → weiter bei 16

    15b Knospen schraubig: rundum am Zweig verteilt → weiter bei 17

  16. 16. Wie viele Knospenschuppen?

    16a 2 bis 3 Knospenschuppen → Linde (Tilia)

    16b Mehr als 3 Knospenschuppen → weiter bei 18

  17. 17. Eine Knospenschuppe oder gestielte Knospen?

    17a Jede Knospe steckt unter einer einzigen Schuppe → Weide (Salix)

    17b Knospen sitzen auf kurzen Stielen; junge Zweige klebrig → Schwarzerle (Alnus glutinosa)

  18. 18. Lange Knospen und glatter Stamm?

    18a Knospen spitz und länger als 1,5 cm; Stamm mit glatter Borke → Rotbuche (Fagus sylvatica)

    18b Knospen kürzer als 1,5 cm; Stamm „geflammt“ → Hainbuche (Carpinus betulus)

  19. 19. Nur nach dem Blatt: gefiedert oder einfach?

    19a Gefiedert: viele Blättchen an einer gemeinsamen Spindel → weiter bei 20

    19b Einfach: eine Blattfläche an jedem Stiel → weiter bei 21

  20. 20. Schwarze Knospen?

    20a Knospen schwarz; höchstens 6 Blättchenpaare → Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

    20b Knospen nicht schwarz → weiter bei 22

  21. 21. Handförmig gelappt?

    21a Lang gestielt und handförmig gelappt → Ahorn (Acer)

    21b Nicht handförmig gelappt → weiter bei 10

  22. 22. Sehr große, klebrige Knospen?

    22a Knospen über 1,5 cm groß und klebrig → Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

    22b Knospen kleiner und nicht klebrig → weiter bei 9

Ein Bestimmungsschlüssel stellt dich immer wieder vor zwei Beschreibungen, bis nur noch ein Baum übrig bleibt. Dieser hier stützt sich auf forstliche und botanische Quellen: den Winterschlüssel der Grünen Schule im Botanischen Garten Mainz, die Baumarten-Hefte der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und die Faltblätter der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Unter jeder Frage steht, woher ihre Merkmale stammen.

So benutzt du den Schlüssel

  1. Nimm ein gesundes Blatt vom Baum. Blätter aus der sonnigen Außenkrone sind am typischsten. Laub vom Boden kann vom Nachbarbaum stammen.
  2. Antworte der Reihe nach. Die ersten Fragen betreffen das Blatt (Nadeln oder Blätter, gegenständig oder wechselständig, gefiedert oder einfach), die späteren Rinde und Knospen.
  3. Prüf mehrere Zweige. Ein abgebrochener Zweig lässt wechselständige Blätter schnell gegenständig wirken.
  4. Nutze „Nicht sicher“. Bei der Blattstellung öffnet es einen zweiten Weg, der nur Blatt, Knospen und Rinde braucht. Bei den meisten anderen Fragen zeigt es alle Bäume, die noch passen, jeden mit einem Merkmal zum Prüfen.
  5. Lies die Zeile unter dem Ergebnis. Jedes Ergebnis endet mit einem Merkmal, das du am Baum prüfen kannst, etwa die schwarzen Knospen der Esche oder die gestielten Knospen der Schwarzerle. Passt es nicht, geh einen Schritt zurück.

Willst du ein Ergebnis teilen, kopier den Link: Die Antworten stehen in der Adresse der Seite, und derselbe Link öffnet dieselbe Antwort. Es wird nichts gesendet.

Wie der Schlüssel aufgebaut ist

Die Fragen folgen der Reihenfolge der meisten Bestimmungsschlüssel, von Merkmalen auf den ersten Blick zu solchen, für die du genauer hinschauen musst:

  • Nadeln. Die Waldkiefer trägt laut SDW zwei gedrehte Nadeln von 3 bis 5 cm, die Lärche Büschel an Kurztrieben. Bei Tanne und Fichte stehen die Nadeln einzeln; die Tanne hat aufrechte Zapfen, die am Baum zerfallen, die Fichte hängende.
  • Gegenständig oder wechselständig. Die Blätter aller Ahorne sind laut LWF gegenständig, meist lang gestielt und oft handförmig gelappt. Gegenständige Knospen haben im Mainzer Schlüssel auch Esche und Rosskastanie.
  • Gefiedert oder einfach. Unter den gefiederten Blättern trennen paarige Dornen die Robinie und kleine Drüsenlappen am Grund der Blättchen den Götterbaum ab.
  • Gebuchtet. Gebuchtete Blätter führen zur Eiche. Stiel- und Traubeneiche trennst du am Blattstiel: kurz bei der Stieleiche, lang bei der Traubeneiche, wie Waldwissen.net erklärt.
  • Rinde und Knospen. Bei einfachen, ungelappten Blättern geht es über die weiße Borke der Birke, die Ringelborke der Vogelkirsche und die Stellung und Schuppen der Knospen zu Linde, Rotbuche, Hainbuche, Weide und Schwarzerle.

Die ganze Methode mit allen Schritten findest du im Ratgeber Baum bestimmen.

Die Fachbegriffe kurz erklärt

  • Gegenständig: Zwei Blätter oder Knospen sitzen auf gleicher Höhe einander gegenüber. Wechselständig: einzeln und versetzt am Zweig.
  • Gefiedert: Viele Blättchen sitzen an einer gemeinsamen Spindel. Das ganze Blatt, nicht das einzelne Blättchen, entspringt am Zweig.
  • Gebuchtet: Der Blattrand hat tiefe, rundliche Einschnitte, wie beim Eichenblatt. Kleine Zähne sind keine Buchten.
  • Geöhrt: Der Blattgrund bildet zwei kleine Lappen am Stiel, typisch für die Stieleiche.
  • Zweizeilig: Die Knospen stehen in zwei Reihen links und rechts am Zweig. Schraubig: Sie sind rundum am Zweig verteilt.
  • Ringelborke: Rinde mit waagrechten Ringen und Bändern, wie bei der Vogelkirsche.

Wie du Blattform, Blattrand und Nerven liest, zeigt der Ratgeber Blätter bestimmen.

Wann ein Schlüssel nicht reicht

Ein Schlüssel endet oft bei der Gattung. Ob ein Ahorn ein Spitz-, Berg- oder Feldahorn ist, klärt die Seite, die das Ergebnis öffnet. Im Winter fehlen die Blätter; dann hilft der Ratgeber Bäume im Winter bestimmen mit Knospen, Zweigen und Blattnarben.

Kommst du gar nicht an Blätter und Zweige, gibt dir ein Foto von Krone, Rinde oder einem heruntergefallenen Blatt in Tree Identifier einen Namen, den du mit der letzten Frage des Schlüssels prüfen kannst. Bei einem Baum, an dem viel hängt, etwa neben dem Haus, frag eine Baumsachverständige oder einen Baumsachverständigen.

Was ein Foto nicht klären kann

  • Der Schlüssel kennt nur 20 Bäume. Ulme, Platane, Roteiche oder Douglasie landen bei einem anderen Baum, lies deshalb vor jedem Ergebnis die Zeile „Prüf am Baum“.

Häufige Fragen

Was ist ein dichotomer Bestimmungsschlüssel?

Ein Schlüssel, der dir bei jedem Schritt zwei gegensätzliche Aussagen anbietet, etwa „Blätter gegenständig“ und „Blätter wechselständig“. Du wählst die passende und folgst ihr zum nächsten Paar, bis der Schlüssel den Baum nennt. Dichotom heißt zweigeteilt.

Kann ich den Bestimmungsschlüssel ausdrucken oder als PDF speichern?

Ja. Öffne unter dem Werkzeug „Der ganze Schlüssel als Liste“ und tipp auf „Schlüssel drucken“. Gedruckt wird die klassische nummerierte Form: Beginn bei 1, wähl Zeile a oder b und folg der Nummer. Im Druckdialog kannst du die Liste auch als PDF speichern.

Warum fragt der Schlüssel nach Knospen statt nach dem Blattrand?

Für Birke, Kirsche, Linde, Rotbuche, Hainbuche, Weide und Schwarzerle stützt er sich auf den Mainzer Winterschlüssel, der mit Rinde und Knospen arbeitet. Diese Merkmale findest du auch dann, wenn kein Laub am Baum hängt. Den Blattrand erklärt der Ratgeber zum Blätterbestimmen.

Welche Bäume kennt der Schlüssel?

20 heimische Bäume: Waldkiefer, Lärche, Weißtanne, Fichte, Ahorn, Esche, Rosskastanie, Robinie, Götterbaum, Eberesche und Walnuss, Stiel- und Traubeneiche, Hängebirke, Vogelkirsche, Linde, Rotbuche, Hainbuche, Weide und Schwarzerle. Jede Antwort öffnet eine Seite auf dieser Website.

Was mache ich, wenn das Ergebnis nicht passt?

Meist war eine frühe Antwort unsicher, oft gefiedert gegen einfach oder gegenständig gegen wechselständig. Lies die Zeile „Prüf am Baum“ unter dem Ergebnis. Passt sie nicht, tipp bei der unsichersten Antwort auf „Ändern“ und probier die andere Seite.

Quellen

  1. Bestimmungsschlüssel für Laubbäume und Sträucher im Winterzustand, Teil 1 und 2 — Grüne Schule im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  2. Der Feldahorn: Verwandtschaft, Morphologie und Ökologie (LWF Wissen 77) — Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)
  3. Trauben- oder Stieleiche? — Waldwissen.net (LWF)
  4. Götterbaum, Ailanthus altissima (Merkblatt invasive Neophyten) — Info Flora
  5. Faltblatt Die Waldkiefer — Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)
  6. Faltblatt Die Europäische Lärche — Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)
  7. Die Weißtanne (Abies alba) – Dendrologische Anmerkungen (LWF Wissen 45) — Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)
  8. Die Fichte (Picea abies): Verwandtschaft, Morphologie und Ökologie (LWF Wissen 80) — Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)

Aktualisiert am · Geschrieben vom Tree-Identifier-Team · So schreiben wir unsere Ratgeber

Veröffentlicht am

Diese Seite bietet allgemeine Informationen zur Baumbestimmung. Entscheide nie anhand einer Seite oder App, ob eine Pflanze essbar, hautverträglich oder für Tiere unbedenklich ist; frage eine fachkundige Person vor Ort.